Eduard Fürstenberg - Königlicher Geheimsekretär Drucken

eduard fuerstenberg

Eduard Fürstenberg wurde am 3. Mai 1827 in Berlin geboren. Mit vier Jahren verlor er durch Zahnkrämpfe sein Gehör. Der junge Fürstenberg besuchte das "Königliche Taubstummeninstitut" in Berlin. Unter der Leitung seines engagierten gehörlosen Lehrers genoss er eine gute Schulbildung. Nach der Schule schaffte der 17jährige es,

einen Ausbildungsplatz im königlichen Rentenamt zu bekommen. Nach Abschluss seiner Ausbildung erhielt er eine Anstellung im Königlichen Finanzministerium, wo er bis zu seinem Tod arbeitete. Auf Grund seiner guten Leistungen wurde ihm der Titel "Königlicher Geheimsekretär" verliehen. Neben seiner beruflichen Tätigkeit engagierte sich Fürstenberg für gehörlose Menschen:

Am 30. März  1848  wurde  der  "Taubstummen-Verein in Berlin e.V." gegründet. Es war der erste derartige Zusammenschluss in Deutschland. 1849 gründete Fürstenberg den "Centralverein für das Wohl der Taubstummen in Berlin e.V., einen Verein, der sich für die Anliegen gehörloser Menschen einsetzte. 37 Jahre lang leitete Fürstenberg beide Vereine.
Der Centralverein kümmerte sich um die Belange Not leidender Gehörloser. Z.B. unterstützte er mittellose Gehörlose. Zu Weihnachten bekamen die Mitglieder 100 Mark Weihnachtsgeld, das die vorherrschende Not etwas lindern sollte. Um Wege aus der gesellschaftlichen Isolation von Gehörlosen zu finden, organisierte der Verein Zusammenkünfte und bot Beratungen an. Außerdem gründete Fürstenberg 1869 einen Frauenverein und einen privaten Kindergarten.

Fürstenberg begann 1872 aus eigenen Mitteln  die  erste deutsche Gehörlosenzeitschrift "Taubstummenfreund" herauszugeben. Sie befasste sich mit Fragen zur Gehörlosenschule, Vereinheitlichung der Gebärdensprache, Kindergärten für Gehörlose usw.
1873 lud Fürstenberg zum 1. Deutschen Taubstummen-Kongress mit internationalen Gästen nach Berlin ein. Dort wurde er Vorsitzender der deutschen  Gehörlosenvereine. Er war die treibende Kraft bei der Organisation von fünf weiteren internationalen Kongressen.

Er gab auch den Anstoß zur Gründung des Taubstummenheims in Berlin-Hohenschönhausen. 1876 brachte er den Bau eines Hospitals für alte Gehörlose in König-Wusterhausen durch.

Trotz seiner großen Familie, er hatte 6 Kinder, besaß Fürstenberg zusätzlich die Vormundschaft für 57 gehörlose Waisenkinder. Außerdem unterstützte er Gehörlose bei Gerichtsverhandlungen und Behördengängen.

(Quelle: Kultur und Geschichte Gehörloser e.V., www.kugg.de)

Portraits gehörloser historischer Persönlichkeiten:

John Goodricke - Astronom

Charlotte Angus Scott - Mathematikerin

Paul Ritter - Maler

Dorothy Wise - Bildhauerin

Dr. Otto Friedrich Kruse - Pädagoge

John Goodricke - Astronom (von Holger Miebach)

Eduard Fürstenberg - Königlicher Geheimsekretär