Erklärung zum Film Drucken E-Mail


erklaerung_zu_film_adgs_button_gelb In diesem Beispiel-Film fragt der Gehörlose die Hörende, warum sie zu spät zur Arbeit kommt. Die direkte Frage des Gehörlosen findet sie unverschämt. Hörende fragen in der Regel nicht so direkt, sondern so etwa wie: "Hast du den Bus verpasst oder was?" statt "Warum kommst du zu spät?"    

 Dann versteht der Gehörlose nicht, was sie meint und er empfindet, dass die Hörende etwas verschweigen würde und misstrauisch sei.


 erklaerung_zum_film_bdgs_button_gelbIn der Kommunikation zeigen sich die Unterschiede der Sprachkkulturen. Das Kommunikationsverhalten Gehörloser ist sehr direkt und offen. Das ist normal unter den Gehörlosen. Sie sagen direkt ihre Gedanken und Empfindungen und meinen nicht, andere verletzen zu wollen.   

 

 

 

 

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 Das wissen die Gehörlosen. Z.B. zwei Gehörlose haben sich jahrelang nicht mehr gesehen und treffen sich wieder. Der eine fragt den anderen, warum er so abgenommen habe. Dieser antwortet, er habe viele Sorgen und Kummer gehabt und deswegen stark abgenommen. Sowas ist normal unter den Gehörlosen. Natürlich gibt es auch Situationen, wo man indirekt kommunizieren sollte. In der Regel sind die Gehörlosen auch gegenüber den fremden Gehörlosen offen und direkt.
 
 
 
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 Hörende können auch offen und direkt sein, aber die Grenze, wann man etwas lieber nicht sagen sollte, ist anders als bei Gehörlosen. Vor allem in der Familie oder unter Freunden können Hörende offen und direkt sein. Gegenüber Fremden verhalten sich Hörende meist höflich und kommunizieren mit ihnen diplomatisch, sprechen mit ihnen sozusagen „durch die Blumen“. So fragen sie beispielsweise erst nach dem Namen und Beruf, reden über das Wetter oder andere belanglose Dinge. Erst beim näheren Kennenlernen sprechen sie auch über private oder berufliche Themen.

 

dgs_button_gelb Dies ist bei den Gehörlosen anders: Gehörlose fragen nicht zuerst nach dem Namen, sondern typischerweise nach dem Hörstatus, nach der Schule, die man besucht hat, nach der Stadt, woher man kommt usw. Erst später taucht die Frage nach dem Namen auf. Denn die Welt der Gehörlosen ist klein und man kennt viele Schulen in verschiedenen Städten, evtl. auch Lehrerinnen oder Lehrer. Und selbst einem fremden Gehörlosen erzählt man ziemlich offen über private oder berufliche Themen, als ob man sich schon lange kennt.